02. – 04. November 2018 im Haasenhof in Mandelsloh
Herbsttagung 2018 des Ring für Gruppenimprovisation: Soloimprovisation

Gastreferentin: Rike Kohlhepp

Improvisation ist geradezu das Mittel für die musikalische Selbstfindung und -entfaltung. Im Solo findet der Austausch mit dem eigenen Ausdruck statt. Das Gespräch führt der Spieler mit sich selbst, mit dem eigenen musikalischen Kosmos.

Es geht weniger darum das Spiel des Einzelnen auf den Prüfstand zu stellen, als vielmehr Anregungen zu geben, wie man mit dem Raum, den man in der Zeit bildet umgehen kann. Ob man die Qualitäten des Raumes in der Zeit so nutzt, dass der Ausdruck Tiefe, Weite, Ausdehnung, Leichte oder Schwere bekommt, je nachdem welche Nuancen zum Tragen kommen sollen. Ich möchte dazu anregen, bestimmte Aspekte während des Probierens zu beobachten. Üben heißt Beobachten. Und Solo zu spielen, ist ein intensives Üben.
Manche Qualitäten des Solistischen lassen sich auch im Zusammenspiel erfahren, sodass wir nicht nur exemplarische Soli hören werden. Denn das Thema regt viele Fragen an, denen wir in vielfältigen Formen nachgehen:

Wodurch trägt mein Spiel in der Zeit? Wie erreiche ich Präsenz? Wie finde ich Inspiration?

Um eine gute Grundlage herzustellen, werde ich Übungen anleiten, die für eine gute Atemsituation und für eine gute Körperpräsenz sorgen und damit direkten Einfluss auf den Klang haben. Darauf bauen weitere Themen auf: Welche Art Energie fließt in meinem Spiel? Empfinde ich die Qualitäten des Ausdrucks? Kann ich im gegenwärtigen Agieren Weichen stellen für Zukünftiges und den Einfluss des Gewesenen präsent halten?

Das führt grundsätzlich zur Frage: Wie baue ich ein Solo auf? Wodurch funktioniert ein ganzes Solo-Programm? Ein Ziel, anknüpfend an die letzten Ringtagungen: großes Ensemble mit Solist.

Meine eigene Suche gilt dem Musikalischen: ich möchte es immer wieder neu und tiefer erfahren – gerade durch die Konfrontation mit dem Solospiel eröffnen sich mir immer wieder andere Einsichten. Ich freue mich, meine Ideen zur Orientierung in dieser lebendigen und freien musikalischen Welt zu vermitteln.
www.rike-kohlhepp.de.

Organisatorisches:

Anreise:
……Freitag, 2. November 2018 bis 18 Uhr (zum gemeinsamen Abendessen)

Abreise:
……
Sonntag, 5.November 2017, gegen 13 Uhr für Ringmitglieder: Abreise gegen 15.30 Uhr
……(Mitgliederversammlung)

Tagungsort:
……
Haasenhof Mandelsloh Wiklohstr.6, 31535 Neustadt/Mandelsloh ……
……Weitere Infos unter www.haasenhof.de.
……Zur Anfahrt und Infos zu Bus- und RE-Zugverbindungen ab Hannover oder Neustadt am Rübenberge: ……www.efa.de.
……Von Neustadt aus fährt der Bus 850 Richtung Stöckendrebber bis zur Haltestelle Mandelsloh Friedhof.

Kosten (incl. Unterkunft und Verpflegung):
……Ringmitglieder: 180 €, ermäßigt 150 €
……Nicht-Mitglieder 200 €, ermäßigt 170 €
……Einzelzimmerzuschlag insgesamt 20 €
Bankverbindung: Ring für Gruppenimprovisation IBAN DE 73 1001 0010 0474 9511 05BIC PBNKDEFF

Anmeldung bis 23. Oktober 2017 an Gerd Rieger:
……

Bei einer Absage bis eine Woche vor Beginn der Tagung entsteht eine Bearbeitungsgebühr von 25 €. Bei einer späteren Absage fällt der volle Betrag von 98 € an (= 2 Tagessätze Haasenhof).

Bei der Anmeldung bitte angeben:
……Vegetarisches oder veganes Essen gewünscht?
……Einzelzimmer sind nur begrenzt möglich

Telefonische Nachfragen sind möglich bei Gerd Rieger:
…… Tel.: 02151 – 54 37 45, Mobil: 0157 7245 4490

Weitere Informationen
……(Teilnehmerliste, Wegbeschreibung etc.) erhalten alle Angemeldeten ca. 1 Woche vor Tagungsbeginn.

Bitte beachten:
……Handtücher und Bettwäsche bitte mitbringen. Beides kann auch gegen eine Gebühr (3 € Handtuch, 6 € Bettwäsche) ausgeliehen werden.

 

Rike Kohlhepp – Biographische Notiz

Als Geigerin unterwegs zu sein ist für mich ein großes Glück, da ich immer eine künstlerische Entwicklung verfolgt habe. Sie speiste sich einerseits aus den Begegnungen mit Musikern und Künstlern und andererseits aus den eigenen Ideen und fügte sich für mich zu einem stimmigen Weg. Um die vielschichtigen, lebendigen Phänomene der Musik tiefer zu begreifen, habe ich lange Jahre nur noch improvisiert. Erst als ich begriff, dass der Augenblick auch für die Interpretation das entscheidende Kriterium ist, war das Bedürfnis neu entfacht wieder Literatur zu studieren.

Nach meinem Geigenstudium in Alfter an der Alanushochschule bei Prof. Werner Heutling und in Würzburg an der Hochschule für Musik bei Prof. Conrad von der Goltz und Prof. Kolja Lessing stellte sich mir die Frage nach dem Neuen der musikalischen Phänomene. Die Improvisation bot mir Möglichkeiten Antworten zu finden. Die Nominierung für das 6. Nachwuchsforum der Gesellschaft für Neue Musik mit einer Soloimprovisation 2001 bestätigte mich auf diesem Weg.

Die Mitgliedschaft in verschiedenen Improvisationsensembles ermöglichte mir ein weites Erfahrungsfeld durch eine rege Konzerttätigkeit.

Es entstanden und entstehen neben Konzertprogrammen viele interaktive Projekte in Ausstellungen, Lesungen, Tanzaufführungen, LandArt, Theater, auch im politischen Kontext. Einerseits mit verschiedenen Kammermusik-Ensembles, aber auch in Soloprogrammen mit eigenen Kompositionen und Improvisationen. Hier begann eine für mich wichtige Entwicklung: das Einsetzen meiner Stimme zur Geige. Dafür nehme ich Gesangsunterricht und bin auf der Suche, diese kombinierte Tätigkeit immer besser zu verstehen.

Seit 2018 intensiviere ich mein Lernen in der funktionalen Stimmpädagogik nach Eugen Rabine, indem ich die Grundausbildung zum Certified Rabine-Teacher (CRT) in Walheim mache.